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100 Jahre Metzgerei Schreiner
Ein Jahrhundert Erfolg am Metzgerhaken

Drei Generationen Schreiner (von links): Roland (73), Elke (68), Mutter Marianne (93), Yvonne (37) und Stephan (39) in der Metzgerei vor ihren Meisterbriefen und Abschlusszeugnissen. Foto: Schreiner/oho

Vom „Ochsewert“ zur Metzgerei Schreiner

Die Geschichte der Familie Schreiner ist eng mit dem Metzgerhandwerk, der Gastwirtschaft und der Verbundenheit zur Heimat verbunden. Über mehrere Generationen hinweg wurde aus einem kleinen Familienbetrieb ein Unternehmen, in dem Tradition und modernes Handwerk bis heute miteinander verbunden sind.

 

1904 – Franz Schreiner und die Gaststätte „Zum Ochsen“

Auf einer historischen Postkarte aus dem Jahr 1904 ist Franz Schreiner, der Vater von Karl Schreiner und Großvater von Eugen Schreiner, vor seiner damaligen Gaststätte „Zum Ochsen“ in der Speyererstraße zu sehen.

Das abgebildete Haus steht noch heute im Ortskern und erinnert an diese frühe Zeit der Familiengeschichte. Auch wenn sich das Gebäude inzwischen nicht mehr im Familienbesitz befindet, ist es ein sichtbares Zeugnis der Vergangenheit und der Geschichte der Familie Schreiner.

Die Gaststätte „Zum Ochsen“ war nicht nur ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen, sondern auch ein Teil des beruflichen und familiären Lebens der Schreiners. Hier lagen bereits wichtige Wurzeln für das, was sich in den folgenden Jahrzehnten entwickeln sollte.

 

Karl Heinrich Schreiner – ein Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg

Der Sohn von Franz Schreiner, Karl Heinrich Schreiner, musste während des Ersten Weltkriegs in den Krieg ziehen. In einer Zeit, in der ungewiss war, ob er jemals wieder nach Hause zurückkehren würde, wurde das Haus vorsorglich seiner Schwester übergeben.

Karl Heinrich kehrte glücklicherweise zurück. Nach den schweren Kriegsjahren begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Er lernte Elise Diebold kennen, seine spätere Ehefrau.

Im Jahr 1925 errichteten Karl Heinrich und Elise im Garten der Familie Diebold ein eigenes Haus. Das Grundstück befindet sich in der heutigen Zwerchgasse 16 – an jenem Ort, an dem sich bis heute die Metzgerei Schreiner befindet.

Mit diesem Hausbau wurde ein entscheidender Grundstein für die weitere Geschichte der Familie gelegt. Aus dem gemeinsamen Neubeginn nach den schwierigen Jahren des Ersten Weltkriegs entstand der Ort, an dem die nächste Generation aufwachsen und das Metzgerhandwerk weitergeführt werden sollte.

 

„De Ochsewert Karl“

Der Metzgermeister Karl Schreiner war im Ort unter seinem liebevollen Kosenamen „de Ochsewert Karl“ bekannt. Dieser Name erinnert an die enge Verbindung zwischen dem Metzgerhandwerk und der ehemaligen Gastwirtschaft „Zum Ochsen“.

Aus der Ehe von Karl Schreiner und Elise ging ihr Sohn Eugen Schreiner hervor – der spätere Opa von Stephan Schreiner.

Damit war bereits die nächste Generation in eine Familientradition hineingeboren, die Handwerk, Gastlichkeit und familiären Zusammenhalt miteinander verband.

 

Eugen und Marianne Schreiner – Gasthaus und Metzgerei

Als Eugen und seine Frau Marianne Schreiner die Metzgerei übernahmen, war der Familienbetrieb noch weit mehr als eine Metzgerei.

Das Anwesen war ein beliebtes Gasthaus mit angeschlossener Metzgerei und ein wichtiger Treffpunkt im Ort. Hier trafen sich Menschen, Vereine und Freunde. Die Gastwirtschaft war damit ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Bis 1964 war das Gasthaus Vereinslokal des Männergesangvereins. Auch der Obst- und Gartenbauverein Harthausen ist mit diesem Ort verbunden: Im Jahr 1950 wurde der Verein hier gegründet.

So war das Gasthaus über viele Jahre ein Mittelpunkt des dörflichen Lebens – ein Ort, an dem nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch gesungen, gefeiert, beraten und Gemeinschaft gelebt wurde.

 

1964 – Der Fokus liegt ganz auf dem Metzgerhandwerk

Im Jahr 1964 kam es zu einem wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des Familienbetriebs. Das Gasthaus wurde aufgegeben und die Familie konzentrierte sich fortan vollständig auf die Metzgerei.

Damit begann ein neuer Abschnitt. Das Metzgerhandwerk wurde zum alleinigen Mittelpunkt des Unternehmens und sollte in den kommenden Jahrzehnten immer weiterentwickelt werden.

In den Anfangsjahren wuchs Roland Schreiner noch im Gasthaus auf. Schon als Kind erlebte er den Alltag des Familienbetriebs und bekam die besondere Verbindung zum Handwerk, zu den Kunden und zur Dorfgemeinschaft unmittelbar mit.

 

1980 – Roland und Elke Schreiner

Im Jahr 1980 übernahmen Roland und Elke Schreiner den Familienbetrieb.

Mit viel Engagement, Kreativität und Leidenschaft entwickelten sie die Metzgerei weiter. Roland Schreiner erkannte früh neue Möglichkeiten und legte bereits in jungen Jahren den Grundstein für den Partyservice.

Aus den ersten Anfängen entwickelte sich im Laufe der Jahre ein erfolgreiches Angebot, das bis heute ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens ist.

Doch Roland Schreiner blieb nicht nur dem täglichen Metzgerhandwerk verbunden. Auch über den eigenen Betrieb hinaus engagierte er sich für die Qualität und Weiterentwicklung des Fleischerhandwerks.

Auszeichnungen und Engagement für das Handwerk

Ein besonderer Höhepunkt war das Jahr 2008: Roland Schreiner wurde Saumagenweltmeister.

Wie bereits sein Vater Eugen Schreiner trägt auch Roland den Goldenen Meistertitel und steht damit für eine lange handwerkliche Tradition innerhalb der Familie.

Darüber hinaus ist Roland Schreiner als Juror des Deutschen Fleischer-Verbandes tätig. Seine fachliche Erfahrung führte ihn mehrfach nach Japan, wo er bei internationalen Veranstaltungen und Wettbewerben sein Wissen und seine Erfahrung einbringen konnte.

 

Stephan und Yvonne Schreiner – die nächste Generation

Aus der Ehe von Roland und Elke Schreiner ging ihr Sohn Stephan Schreiner hervor.

Mit ihm setzt sich die Familiengeschichte bereits in der nächsten Generation fort. Gemeinsam mit seiner Frau Yvonne Schreiner eröffnete Stephan Schreiner im Jahr 2012 ein weiteres Geschäft in Lingenfeld. Seit 2017 ist er in beiden Geschäften geschäftsführend tätig.

Mit großem handwerklichem Können, Kreativität und Leidenschaft führt er das Familienunternehmen weiter. Die Qualität der Wurstwaren wurde bereits mit zahlreichen Goldmedaillen und Prämierungen ausgezeichnet.

Auch der Catering- und Partyservice wurde weiter ausgebaut. Heute werden Veranstaltungen unterschiedlichster Größe mit viel Erfahrung, handwerklicher Qualität und Liebe zum Detail begleitet.

 

Tradition, Qualität und Verantwortung

Trotz aller Weiterentwicklung bleibt die Verbindung zu den Wurzeln der Familie Schreiner bestehen.

Besonderen Wert legt Stephan Schreiner auf bewusst ausgewählte regionale Produkte und Fleisch aus artgerechter Haltung. Tradition bedeutet dabei nicht, stehen zu bleiben, sondern bewährtes Handwerk mit neuen Ideen und einem modernen Qualitätsverständnis zu verbinden.

So lebt die Philosophie der Familie Schreiner bis heute weiter: gutes Handwerk, hochwertige Produkte, persönliche Verbundenheit und die Liebe zur Tradition.